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Sonny Barger — the American Legend

Der Name ist eine Instanz, man kennt ihn weltweit und man flüstert ihn hinter vorgehaltener Hand. Die Gruppe dahinter ist geheimnisumwittert, unnahbar, verteufelt, wild und unzähmbar — der populärste Motorradklub der Welt, der in nahezu jedem Land zu finden ist: Hells Angels!

Sonny Barger — abenteuerlustiger Rebell? Oder doch kriminell?

Ralph Hubert Barger ist der berühmteste Rocker der Welt. Der heute 83-Jährige, dessen Leidenschaft schon immer Motorräder waren, gründete, inspiriert durch The Wild One mit Marlon Brando, den Motorradklub The Oakland Panthers. Er bestand größtenteils aus Wochenendfahrern. Bald wurde es Sonny Barger langweilig und er suchte Kontakt zu anderen Motorradklubs in Kalifornien, die teilweise verfeindet waren. Er schaffte es 1957, einige unter dem Namen Hells Angels zusammenzubringen.

Was der berühmt-berüchtigte Rocker damals noch voraussehen konnte, war die Entwicklung des Klubs über die Jahre und dass heute in beinahe jedem Land die sogenannten Chapter präsent sind.

Eine enge Verbindung auf Lebenszeit

Die Hells Angels sind eine eng miteinander verbundene Gemeinschaft. Es heißt, wer sich abwendet, muss mit harten Strafen rechnen. Dies soll Sonny Barger so eingeführt haben. Unablässig werden den Mitgliedern Schutzgelderpressungen, Gewalt- und Drogendelikte nachgesagt. Häufig soll es sogar zu blutigen Auseinandersetzungen mit anderen Rockerklubs kommen. Die Hells-Angels-Bewegung in Deutschland startete 1973 in Hamburg. Schlagzeilen macht in Deutschland heutzutage vor allem die Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels. Es kommt häufig zu Verboten der Rockergruppen.

Zu einem Eklat kam es 1969 beim Rolling-Stones-Konzert. Hier traten die Hells Angels als Ordner auf. Weil der 18-jährige Meredith Hunter mit einer Schusswaffe gen Bühne zielte, wurde er darauf von einem Hells Angel erstochen. Barger war nicht involviert.

Sonny Barger heute

Der Rocker erkrankte 1982 an Kehlkopfkrebs. Er hat Bücher geschrieben und Auftritte in Dokumentationen. Der Film Dead in 5 Heartbeats entstand aus einem Roman von Sonny Barger. Teilweise sind im Film echte Hells Angels zu sehen. Die Geschichte: Zwei Freunde, die die wahre Bedeutung der Motorrad-Klub-Bruderschaft entdecken.

Der Rocker lebt heute mit seiner Familie in Arizona. Leidenschaft: immer noch Motorräder. Sein Nettovermögen: etwa 500.000 Dollar.

Enduro-Sport — nichts für schwache Nerven

Motorrad fahren hat viele Facetten, und Biker haben zig Optionen, Freiheit oder Action auf zwei Rädern zu genießen. Eine beliebte Motorsportart ist der Enduro-Sport, der auch gerne von Freizeitfahrern ausgeübt wird.

Beim Enduro-Sport geht es nicht vorrangig um mörderisches Tempo, sondern um Ausdauer, Geschicklichkeit und Beherrschung der Maschine. Die Enduro ist ein sportliches Straßenmotorrad mit grobstolligen Reifen. Im unwegsamen Gelände, auf Schotter, steinigen Wegen, vorbei an Astwerk, über Baumstämme und durch Schlamm sind Enduro-Fahrer in ihrem Element. Helm und funktionale Kleidung sind das A und O.

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Im Enduro-Sport starten generell zwei Fahrer einer Klasse, dann die nächsten zwei und so weiter. Eine Rundstrecke wird hier zwei bis dreimal durchlaufen. In jeder Runde müssen die Fahrer in einer gewissen Zeit an den Prüfstellen sein, sonst gibt es Strafpunkte. Daneben sind Sonderprüfungen mit Trail-Einlagen zu absolvieren.

Früh übt sich, wer ein guter Enduro-Fahrer werden möchte

Auch die Jüngsten sind begeistert und können sich mit einer Kinder-Enduro an den Sport herantasten. Haben sie einige Runden lang ihr Fahrkönnen bewiesen, können sie mit einem leckeren Kuchen von tolle torten bestellen Berlin belohnt werden. Diese sind einfach köstlich.

Die Krönung im Enduro-Sport — die Sixt Days

Die internationale Sechstagefahrt wird seit 1903 ausgetragen. Jedes Jahr wird ein anderes Land ausgewählt. Das Erzgebirge ist eine Motorrad-Region, und 2012 fand hier die 87. Sechstagefahrt statt. Die dortige Strecke ist bekannt durch Enduro-Veranstaltungen wie Rund um Zschopau und gespickt mit spektakulären Aufstiegen und rasanten Abstiegen.

Speziell der Weberhang in Venusberg mit seinen dramatischen Auffahrten fordert Fahrern einiges ab. In Zschopau im Erzgebirge ist der Enduro-Fahrer Harald Sturm beheimatet, der in den 80ern in der DDR sehr erfolgreich und viermaliger Europameister war.

Beliebt im Freizeitsport

Im Enduro-Sport sind gleichfalls Oldtimer-Wettbewerbe gefragt. Hier zeigen Simson, Aprilia, NSU, Maico und Co. was sie noch draufhaben. In Deutschland gibt es dafür viele Austragungsorte wie etwa in Eberstedt im Weimarer Land.

Elektroroller – grün in die Zukunft?

Elektroroller sind die zukunftsfähige Neuinterpretation der altbekannten Scooter. Kein krachender Motorlärm, keine Abgase, sondern nur ein leises, entspanntes Fahrvergnügen versprechen die Entwickler. Was sind die Vor- und Nachteile der neuartigen Vehikel?

Langsam, aber sparsam

Zuallererst muss man erwähnen, dass bei Elektrorollern die meisten Komponenten mit den üblichen Rollern vergleichbar sind. Möglichkeiten zur modernen Fahrzeugeinrichtung wie bei größeren PKW sind hier leider nicht gegeben.

Zwei Unterschiede dürften sofort auffallen: Der geringe Verbrauch und die geringere Leistung im Vergleich zu einem herkömmlichen Scooter.

Der Verbrauch misst sich an der Reichweite der Scooter, die oft bei „nur“ fünfzig Kilometern liegt. Nach einer solchen Strecke muss der Akku entnommen und an der heimischen Steckdose über Nacht aufgeladen werden.

Die Geschwindigkeit liegt bei den meisten E-Rollern bei bis zu 45 Stundenkilometern, was für den Stadtverkehr völlig ausreicht. Wer auf der Autobahn fahren oder weitere Strecken zwischen Orten zurücklegen möchte, muss einen Roller mit einer Geschwindigkeit von bis zu siebzig Stundenkilometern ins Auge fassen. Solche sind noch rar gesät, erfüllen jedoch die Wünsche vieler Berufspendler.

Lohnenswert oder verfrüht?

Allzu viel Gepäck, eine Tagesdistanz von gerade so fünfzig Kilometern und Erwartungen an ein hohes Tempo sollte man nicht stellen, dafür sind die Elektroroller noch zu unausgereift.

Doch für Berufspendler innerhalb einer Stadt lohnen sich die Elektroroller definitiv. Man ist schnell am Ziel, spart Versicherungs-, Sprit- und letztlich auch Umweltkosten mit einem solchen Gefährt. Auch für größere Distanzen bieten E-Roller mit einer Geschwindigkeit von bis zu siebzig Stundenkilometern eine gute Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen.

Muss es immer mehr Leistung sein?

Die Diskussion ist so alt wie das Motorrad selbst und sie scheint niemals ein Ende zu finden. In unserem heutigen Artikel wollen wir daher das Für und Wider leistungsstarker Motoren erläutern.

Was spricht für einen großen Motor?

Die großen Motoren werden meist in den Top-Modellen verbaut. Diese sind neben dem großen Motor meist mit vielen weiteren sinnvollen Extras ausgestattet, die es bei den kleineren Modellen noch nicht gibt. Das Kurven-ABS oder das elektronische Fahrwerk ist bei den meisten Herstellern den großen Modellen vorbehalten und sollen als zusätzlicher Kaufanreiz dienen.

Ein weiterer Grund ist die Optik. Die Top-Modelle machen einfach mehr her und da Motorradfahren ein Hobby ist, spielen Optik und Image eine gewaltige Rolle. Vernunftkäufe gibt es hier nicht, denn wer die Vernunft walten lässt, nimmt direkt Abstand vom Kauf eines motorisierten Zweirads.

Der Motor als solches bietet entspannteres Fahren, da schon bei geringen Drehzahlen ein gehöriges Maß an Leistung vorliegt. Bei einer RS6 braucht es 12.000 Umdrehungen, um die 100 PS abzurufen, die Superduke von KTM hat schon bei rund 5.000 Umdrehungen eine Leistung von 100 PS. Man ist als Fahrer also weniger „gezwungen“, sein Bike ständig auszudrehen, um vorwärtszukommen. Dies geschieht schon bei geringen Drehzahlen.

Was spricht gegen einen großen Motor?

Große Motoren sind eindeutig gefährlicher. Die bereits erwähnte KTM Superduke ist nach wenigen Sekunden Vollgas schnell auf über 200 Kilometer in der Stunde. Mit ihren 180 PS ist sie dermaßen schnell auf 140 oder 160 Stundenkilometern, dass sich das Gefährt nur mit allergrößter Disziplin legal auf unseren Landstraßen bewegen lässt.

Maschinen mit kleineren Motoren sind deutlich günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt. Die Vollkaskoversicherung für die Superduke kostet über 1.000 Euro im Jahr, während die RS6 nur 400 Euro kostet, gleiches gilt für Anschaffungs- und Unterhaltskosten, auch hier ist bei den Großen alles teurer.

Im Stadtverkehr sind die kleinen Maschinen wesentlich praktischer, mit ihnen lässt sich spielerisch leicht durch enge Gassen und an Verkehrsstauungen vorbeimanövrieren. Hier eignen sich die neuen Elektro-Modelle vorzüglich. Der schwedische Hersteller Vassla.com bietet hier citytaugliche Bikes, die obendrauf eine Menge Spaß machen.

Die kleinen Maschinen sind generell einfacher zu fahren, da sie leichter sind und die Sitzhöhe ebenfalls auch für kleinere Menschen geeignet ist. Bei einer BMW GS 1200 oder der Superduke haben kleine Menschen das Problem, nur mit den Zehenspitzen auf die Erde zu kommen, dies ist kein Problem, sobald das Bike fährt, aber im Stadtverkehr ist es ein Sicherheitsrisiko. Für den Motor gilt das ebenso, so fantastisch der KTM Motor ab 4.000 Umdrehungen seine Leistung gnadenlos zur Schau stellt, so unbequem ist er bei 2.000 oder 3.000 Touren, da ruckelt er und man muss ständig mit Kupplung und Zwischengas den Koloss besänftigen. Profis macht auch dies Freude, doch Anfänger kann es überfordern.

Quo Vadis Biker?

Ausgiebige Testfahrten können eine Antwort liefern, da auf dem Papier die Pro- und Kontra-Argumente ausgeglichen sind. Fast alle Hersteller bieten eine Flotte zum Probefahren, diese Möglichkeit sollte genutzt werden, um eine Entscheidung zu treffen.

Entwicklung von Motorrädern nach dem Zweiten Weltkrieg

Motorräder erleben einen Nachkriegsboom. Hier sind einige markante Punkte zur Entwicklung des Motorrads aufgelistet:

  • 1953 – Der Biker-Film „The Wild One“ mit Marlon Brando als Anführer einer Motorradbande wird veröffentlicht. Das Motorrad wird zum Symbol der Rebellion.
  • 1955 – „Rebel Without a Cause“ wird veröffentlicht. James Dean soll mehrere Motorräder besessen haben, darunter eine Czech Whizzer von 1947, eine Indian Warrior TT und eine Triumph TR5 Trophy von 1955.
  • 1958 – Yamaha verkauft auf dem US-Markt.
  • 1960er bis 70er – „Baby-Boomer“ (Nachkriegsgeneration) werden erwachsen und kaufen Motorräder. Dies ist der größte Verkaufsboom in der Motorradgeschichte.
  • 1962 – Eine Werbekampagne positioniert Motorräder als ein alltägliches, cooles Fahrzeug, das nicht mehr mit Gesetzlosigkeit und Aufstand assoziiert wird. Motorradzulassungen steigen.
  • 1963 – Das Kriegsepos „The Great Escape“ erscheint auf der Leinwand und zeigt Steve McQueens Charakter, der einen Zaun auf einem Motorrad überspringt.
  • 1969 – Honda stellt die CB750 vor. Mit seinem 4-Zylinder-Motor und obenliegender Nockenwelle gilt es als das erste „Superbike“.
  • 1980 – Kawasaki und Honda vertreiben die ersten Motorräder mit elektronischen Einspritzsystemen, welche Kraftstoffeinspritzung zur Norm machen.
  • 1998 – Die kalifornische Firma EMB, Inc. stellt das weltweit erste kommerziell hergestellte Elektromotorrad vor – die Lectra.
  • 2009 – Das erste Hybrid-Motorrad der Welt, Eko Vehicles ET-120, kommt in Indien auf den Markt.

Die letzte große Freiheit?

Motorradfahren gilt im Allgemeinen schon als der Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Doch für die Freunde des Motocross und des Offroad beginnt die Freiheit erst dort, wo die Straße aufhört. Dort wo die Schotterpisten und die Feldwege darauf warten erkundet zu werden. Hier wo der Stau und der Verkehr ein Ende hat, geht es erst so richtig los. Wir wollen uns heute anschauen, was die Faszination Offroad ausmacht und warum besonders in Deutschland immer mehr Maschinen, die fürs Gelände gebaut sind, verkauft werden.

Die Zulassungsstatistik lügt nicht. Auf Platz Eins liegt eine Enduro, die GS von BMW. Aber auch die Modelle von KTM oder Triumph verkaufen sich prächtig. Auf den Zug aufzuspringen scheint jetzt auch die amerikanische Legende Harley Davidson, seit letztem Sommer gibt es eine Reise-Enduro aus Milwaukee. Etwas das bis vor wenigen Jahren als undenkbar galt, mit Harley Davidson verbindet man schließlich endlos lange Highways auf denen man mit einem Mottorrad gemütlich dem Sonnenuntergang entgegen fährt. Ab jetzt geht es also auch mit der Harley im Gelände über Stock und Stein. Uns soll es recht sein. Als Motorrad-Liebhaber freut man sich schließlich über jede neue Maschine, die wieder neue Träume weckt.

Genau darum geht es oft bei den geländetauglichen Motorrädern. Die meisten der Käufer fahren mit diesen Maschinen auf asphaltierten Straßen und die einzige Schotterpiste, die ihre Enduro jemals nehmen wird, ist die eigene Garageneinfahrt. Haben sich die Käufer nun bei ihrer Motorradwahl geirrt? War die Enduro ein Fehlkauf? Nein! Es gibt hier zwei wesentliche Gründe warum diese Maschinen so beliebt sind. Es ist zum einen die Sitzposition, die unglaublich bequem ist, denn der Fahrer sitzt auf einer Enduro in der Regel aufrecht und das empfinden die meisten als die komfortabelste aller Sitzpositionen. Ein weiterer Grund ist, dass es den meisten Käufern reicht zu wissen, dass sie mit ihrer Maschine, wenn es sein müsste, auch bis ans Ende der Welt fahren könnten. Es hat für viele etwas Beruhigendes, man könnte, wenn man denn nur wollte sofort aufbrechen und bis nach Afrika fahren. Dieser Gedanke gefällt vielen und ist auch etwas auf das die Marketingabteilungen der Hersteller gerne aufbauen. Es ist vermutlich ähnlich wie bei Harley Davidson, deren Chef einst verkündete: “Wir verkaufen keine Motorräder, wir verkaufen ein Lebensgefühl und das Motorrad gibt es gratis dazu”.

Von diesem Hype profitiert natürlich auch die Zubehör-Branche, es gibt für den Endurofahrer selbstverständlich eine ganz eigene und spezielle Bekleidung, der typische Motocross Helm mit Sonnenschild ist nur ein Teil davon. Eigene Marken und Designstile sorgen dafür, dass sie die Fahrer einer Enduro gegenüber den anderen sehr leicht, auch optisch, abgrenzen können. Es ist jedoch nicht immer nur alles Schau, es gibt auch hier die Fahrer, die furchtlos jede noch so schwierige Piste suchen um an ihre eigenen Grenzen gelangen. In den Pyrenäen und besonders in Osteuropa gibt es noch unzählige Pisten die abseits der bekannten Straßen liegen und jedes Jahr tausende Fans des Offroad anlocken. Wer dies einmal erlebt hat, der kann davon nicht mehr genug bekommen. Hier warten noch wahre Abenteuer darauf gelebt zu werden.

Kriegsbemühungen treiben Motorräder voran

Harley-Davidson begann 1915 damit, das US-Militär zu beliefern. Das Unternehmen wurde 1903 gegründet – nur knapp elf Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Indian Motorräder transportierten Mitglieder der amerikanischen Expeditionstruppen und die frühen Harley-Davidson Motorräder dienten zum Kurier- und Informationsdienst. Der legendäre britische Hersteller BSA (Birmingham Small Arms) entwickelte 1903 sein erstes Motorrad und verkaufte ab 1909 ein robustes Motorrad mit 3,5 PS und einem Preis von 250 US-Dollar zur Verwendung im ersten Weltkrieg.

Als die USA 1917 in den Krieg eintraten, übergab Indian seine gesamte Produktion dem Militär. Die Firma ging dabei fast bankrott, da sie zum Selbstkostenpreis verkaufte und die zivilen Ausstellungsräume leer blieben. Harley verfolgte eine andere Strategie. Der Hersteller gab 50 % seiner Produktion an das Militär, während der Rest zum Verkauf an die Zivilbevölkerung ging. Die Harleys wurden von V-Twin-Motoren mit 1000 ccm angetrieben und produzierten 15 PS. Die Strategie ging auf. Viele der Motorräder gingen auch an das holländische und russische Militär, inklusive Modelle, die Waffen oder Tragbahren montiert hatten. Harley-Davidson lieferte etwa ein Drittel der 70.000 vom US-Militär bestellten Maschinen, die restlichen zwei Drittel wurden zwischen den Herstellern Indian und Cleveland aufgeteilt. Von den 26.486 Harleys, die von den USA gekauft wurden, gingen etwa 7.000 nach England und Frankreich, wo sie als Konvoi-, Begleit-, Erkundungs- und Aufklärungsfahrzeuge dienten.

Vom Laufrad zum Motorrad

Die ersten bekannten Versionen eines mit Rädern ausgestatteten und von Menschen angetriebenen Fahrzeugs erschienen lange bevor das Fahrrad zu einer praktischen und populären Transportform wurde. Nach Angaben des „International Bicycle Fund“ (IBF) konstruierte im Jahr 1418 ein italienischer Ingenieur, Giovanni Fontana, ein von Menschen angetriebenes Gerät, das aus vier Rädern und einer Seilschleife bestand. Etwa 400 Jahre nachdem Fontana sein Fahrzeug entwickelt hatte (1813), begann der deutsche Erfinder Karl Freiherr von Drais mit der Arbeit an der Laufmaschine (Draisine) – ein vierrädriges, manuell angetriebenes Fahrzeug, das weder Pedale noch Bremse hatte. Im Jahr 1817 stellte Drais in Mannheim ein Zweirad vor. Ab dann gab es kein Zurück mehr. In den zwei Jahrhunderten danach wurden schätzungsweise eine Milliarde Fahrräder produziert.

Mit Volldampf voraus!

Der Amerikaner Sylvester Roper baute die erste selbstfahrende Zweiradmaschine (Velociped) in den USA. Das dampfbetriebene Fahrrad hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt 1869 in Ropers Heimatstadt Roxbury, Massachusetts. Das Dampffahrrad war ein Publikumsmagnet und Roper tourte für den Rest seines Lebens auf Messen und als Zirkus-Attraktion in Neuengland, um diese und andere Erfindungen zu demonstrieren. Roper starb bei einem Unfall auf einem seiner „Steambikes“ während einer Präsentation. 1885 wurde das erste „tatsächliche“ Motorrad erfunden. Der Reitwagen oder Einspur war ein Kraftfahrzeug von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach. Es ist allgemein als das erste Motorrad anerkannt. Wegen dieser Erfindung wird Daimler oft als „Vater des Motorrads“ bezeichnet.

Der Vater des Motorrads

Der Status des „Reitwagens“ als erstes Motorrad beruht auf der gängigen Definition eines Motorrads mit einem Verbrennungsmotor. Daimler hatte 1882 im Gartenhäuschen hinter seinem Haus im Stuttgarter Stadtteil Cannstatt eine Versuchswerkstatt eingerichtet. Am 3. April 1885 patentierte er gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Maybach einen kompakten Hochgeschwindigkeits-Einzylindermotor, den er liebevoll „Standuhr“ taufte. Dieser hatte einen Schwimmervergaser und benutzte Pilzventile, die durch die Saugwirkung des Kolben-Einlasshubs geöffnet wurden. Anstatt einer elektrischen Zündung verwendete es Glührohrzündung – ein Platinrohr, das in die Brennkammer lief wurde durch eine externe offene Flamme erhitzt. Es konnte auch mit Leuchtgas betrieben werden. Es verwendete Doppelschwungräder und hatte ein Aluminiumkurbelgehäuse. Das ursprüngliche Design von 1884 verwendet einen Riemenantrieb und Drehgriff am Lenker, welcher die Bremse betätigte Kraft auf das Rad abgab. Ropers Velociped aus den späten 1860er Jahren verwendete eine ähnliche Zwei-Wege-Lenkersteuerung. Der Prototyp von Daimler verwendete einen einfachen Lenker ohne den Drehgriff oder Zahnradverbindung. Das Design wurde am 29. August 1885 patentiert.

Das Original des Reitwagens wurde 1903 im großen Cannstatter Feuer zerstört, das 1903 die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Seelberg-Cannstatt dem Erdboden gleichmachte. Es gab danach verschiedene Replikas im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart, im Deutschen Museum in München, in der Honda-Ausstellungshalle des Twin Ring Motegi Werks in Japan, der AMA Motorrad Hall of Fame in Ohio und in Melbourne, Australien. Das Deutsche Museum verlieh 2001 seine Nachbildung an die Guggenheim Las Vegas Kunstausstellung „The Art of the Motorcycle“.

John Boyd Dunlop und der erste pneumatische Gummireifen

Autos und Motorräder wären heute ohne das Genie und den Einfallsreichtum des britischen Erfinders John Boyd Dunlop nicht annähernd das Gleiche. Er entwickelte den ersten kommerziell erhältlichen Gummireifen der Welt. Diese Erfindung ermöglichte es, zuerst bei Fahrrädern und dann Automobilen, ein deutlich verbessertes Komfortniveau für deren Fahrgäste zu vermitteln, während sie über Gelände aller Art fuhren. John Boyd Dunlop nutzte seine Erfindung und gründete die „Dunlop Pneumatic Tire Company“, ein Reifenhersteller und Hersteller von Gummiwaren, der fast 100 Jahre lang in der Top-Liga der Hersteller verblieb, bevor das Unternehmen in den 1980er Jahren verkauft wurde.

Der Erfinder

John Boyd Dunlop wurde am 5. Februar 1840 in Dreghorn, North Ayrshire, Schottland geboren. Er studierte Tiermedizin und praktizierte über zehn Jahre lang sowohl zuhause als auch in der Stadt Downpatrick, Irland. Nach einiger Zeit wechselte er zu einer Privatpraxis in Belfast. Dort machte John Boyd Dunlop 1887 seine wichtigste Entdeckung. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Spielzeugdreirad seines Sohnes auf der Oberfläche seines Hinterhofs reibungsloser fahren zu lassen, schuf er das erste praktische und kommerziell nutzbare Beispiel für pneumatische Reifen. Er montierte es auf eine Holzscheibe mit 97 cm Durchmesser und verwendete als Hauptbestandteil Kautschuk. Dann belegte er die Außenkante des Metallrads mit einer dünnen Schicht aus geblasenem Gummi. Das Ergebnis war völlig innovativ. Sowohl sein Dreirad als auch später ein Fahrrad zeigten eine bemerkenswerte Verbesserung der Fähigkeit, jedes Terrain befahren zu können. Dies war mit einer sanfteren Fahrt und dem verringerten Geschwindigkeitsverlust aufgrund des kleineren Widerstands zwischen Boden und Rad möglich. Dunlop gelang es leider nicht, ein Patent für seine Entdeckung zu erhalten, weil der schottische Erfinder Robert William Thomson schon 1847 einen aufblasbaren Reifen patentieren ließ, der jedoch nie kommerziell rentabel war.

Dunlops Lebenswerk

1889 war das Jahr, in dem die Welt von Dunlops gummiartiger Erfindung hörte. Sein Freund Willie Hume profitierte davon und gewann fast alle namhaften Radrennen in diesem Jahr, was Dunlops Luftreifen sehr beliebt machte. Nur ein Jahr später begann Dunlops eigenes Unternehmen mit der kommerziellen Herstellung von Gummireifen und anderen Gummiartikeln – gerade rechtzeitig, um den Ausbau des Straßennetzes voranzutreiben, das in dieser Zeit in ganz Europa und der Welt verstärkt ausgebaut wurde. John Boyd Dunlop verstarb 1921 in Dublin im Alter von 81 Jahren. Er gilt als der Erfinder, der Fahrräder, Motorräder und Autos für alle Oberflächen nutzbar machte. Sein Abbild ist seit 1980 auf der 10-Pfund-Note zu sehen, die in Nordirland verwendet wird.

Flüchtige Leidenschaften und Zweirad-Waffen

Einige Erfinder entwarfen zusätzliche „Verbesserungen“ für das Zweirad. Darunter befanden sich Sonnenschirme, die auch als Segel verwendet werden könnten und deren Anblick erschreckend gewesen sein muss, als diese „Fahrradschiffe“ damals die Landstraßen entlang segelten – und dazu den Windrichtungen ausgesetzt waren. Noch weniger erfolgreiche Gefährte erschienen in Form von Dreirädern, Vierrädern und sogar „Octocyclen“ (Fahrzeuge mit acht Rädern), wobei die verschiedenen Größen das Ladegewicht verbessern sollten. Dies stellte sich für die Fahrer nur als Belastung heraus und so fielen diese interessanten Designs wieder in Ungnade.

Der Zweirad-Boom erreichte Europa ab 1890, als die Öffentlichkeit neue, sichere und benutzerfreundliche Formen der Fortbewegung erwarteten und sich daraus ein rasantes Wachstum der Branche entwickelte. Es kam zu einem natürlichen Übergang vom Fahrrad zum Motorrad, selbst die Namensgebung machte den Entwicklungssprung mit. Das erste Model der Indian Motocycle Co. (1901 bis 1953) aus den USA wurde „Moto-Cycle“ bezeichnet. Das Versehen der noch spindeldürren Fahrradrahmen mit einem Motor war ein logischer Schritt. Als dann die Fahrradproduktion für Sport, Freizeit und den täglichen Transport von den britischen Firmen BSA und Triumph dominiert wurde, waren dies die natürlichen Geburtsstätten für Motorräder.

Auch Kriegsanstrengungen begannen mit motorisierten Fahrrädern. Amerikanische und europäische Armeen verwendeten Motorräder zur Aufklärung und um Nachrichten zu übermitteln. Drei- und vierrädrige Vorrichtungen, Tricycles and Quadricycles, entstanden in allen Größen und zu diversen Zwecken. Das „Motor Scout“ (1889) war mit einem Maxim-Maschinengewehr, 1000 Munitionsrunden und Treibstoff für 120 Meilen ausgestattet. Es wurde vom britischen Hersteller Frederick Reginald Simms entworfen und produziert. Doch das Fahrzeug war natürlich nur in der Lage, auf relativ ebenen Straßen zu fahren. Es konnte holpriges Gelände wie gepflügte Felder nicht so leicht überqueren, was seine Wirksamkeit gegen feindliche Truppen relativierte.

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