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Sonny Barger — the American Legend

Der Name ist eine Instanz, man kennt ihn weltweit und man flüstert ihn hinter vorgehaltener Hand. Die Gruppe dahinter ist geheimnisumwittert, unnahbar, verteufelt, wild und unzähmbar — der populärste Motorradklub der Welt, der in nahezu jedem Land zu finden ist: Hells Angels!

Sonny Barger — abenteuerlustiger Rebell? Oder doch kriminell?

Ralph Hubert Barger ist der berühmteste Rocker der Welt. Der heute 83-Jährige, dessen Leidenschaft schon immer Motorräder waren, gründete, inspiriert durch The Wild One mit Marlon Brando, den Motorradklub The Oakland Panthers. Er bestand größtenteils aus Wochenendfahrern. Bald wurde es Sonny Barger langweilig und er suchte Kontakt zu anderen Motorradklubs in Kalifornien, die teilweise verfeindet waren. Er schaffte es 1957, einige unter dem Namen Hells Angels zusammenzubringen.

Was der berühmt-berüchtigte Rocker damals noch voraussehen konnte, war die Entwicklung des Klubs über die Jahre und dass heute in beinahe jedem Land die sogenannten Chapter präsent sind.

Eine enge Verbindung auf Lebenszeit

Die Hells Angels sind eine eng miteinander verbundene Gemeinschaft. Es heißt, wer sich abwendet, muss mit harten Strafen rechnen. Dies soll Sonny Barger so eingeführt haben. Unablässig werden den Mitgliedern Schutzgelderpressungen, Gewalt- und Drogendelikte nachgesagt. Häufig soll es sogar zu blutigen Auseinandersetzungen mit anderen Rockerklubs kommen. Die Hells-Angels-Bewegung in Deutschland startete 1973 in Hamburg. Schlagzeilen macht in Deutschland heutzutage vor allem die Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels. Es kommt häufig zu Verboten der Rockergruppen.

Zu einem Eklat kam es 1969 beim Rolling-Stones-Konzert. Hier traten die Hells Angels als Ordner auf. Weil der 18-jährige Meredith Hunter mit einer Schusswaffe gen Bühne zielte, wurde er darauf von einem Hells Angel erstochen. Barger war nicht involviert.

Sonny Barger heute

Der Rocker erkrankte 1982 an Kehlkopfkrebs. Er hat Bücher geschrieben und Auftritte in Dokumentationen. Der Film Dead in 5 Heartbeats entstand aus einem Roman von Sonny Barger. Teilweise sind im Film echte Hells Angels zu sehen. Die Geschichte: Zwei Freunde, die die wahre Bedeutung der Motorrad-Klub-Bruderschaft entdecken.

Der Rocker lebt heute mit seiner Familie in Arizona. Leidenschaft: immer noch Motorräder. Sein Nettovermögen: etwa 500.000 Dollar.

Enduro-Sport — nichts für schwache Nerven

Motorrad fahren hat viele Facetten, und Biker haben zig Optionen, Freiheit oder Action auf zwei Rädern zu genießen. Eine beliebte Motorsportart ist der Enduro-Sport, der auch gerne von Freizeitfahrern ausgeübt wird.

Beim Enduro-Sport geht es nicht vorrangig um mörderisches Tempo, sondern um Ausdauer, Geschicklichkeit und Beherrschung der Maschine. Die Enduro ist ein sportliches Straßenmotorrad mit grobstolligen Reifen. Im unwegsamen Gelände, auf Schotter, steinigen Wegen, vorbei an Astwerk, über Baumstämme und durch Schlamm sind Enduro-Fahrer in ihrem Element. Helm und funktionale Kleidung sind das A und O.

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Im Enduro-Sport starten generell zwei Fahrer einer Klasse, dann die nächsten zwei und so weiter. Eine Rundstrecke wird hier zwei bis dreimal durchlaufen. In jeder Runde müssen die Fahrer in einer gewissen Zeit an den Prüfstellen sein, sonst gibt es Strafpunkte. Daneben sind Sonderprüfungen mit Trail-Einlagen zu absolvieren.

Früh übt sich, wer ein guter Enduro-Fahrer werden möchte

Auch die Jüngsten sind begeistert und können sich mit einer Kinder-Enduro an den Sport herantasten. Haben sie einige Runden lang ihr Fahrkönnen bewiesen, können sie mit einem leckeren Kuchen von tolle torten bestellen Berlin belohnt werden. Diese sind einfach köstlich.

Die Krönung im Enduro-Sport — die Sixt Days

Die internationale Sechstagefahrt wird seit 1903 ausgetragen. Jedes Jahr wird ein anderes Land ausgewählt. Das Erzgebirge ist eine Motorrad-Region, und 2012 fand hier die 87. Sechstagefahrt statt. Die dortige Strecke ist bekannt durch Enduro-Veranstaltungen wie Rund um Zschopau und gespickt mit spektakulären Aufstiegen und rasanten Abstiegen.

Speziell der Weberhang in Venusberg mit seinen dramatischen Auffahrten fordert Fahrern einiges ab. In Zschopau im Erzgebirge ist der Enduro-Fahrer Harald Sturm beheimatet, der in den 80ern in der DDR sehr erfolgreich und viermaliger Europameister war.

Beliebt im Freizeitsport

Im Enduro-Sport sind gleichfalls Oldtimer-Wettbewerbe gefragt. Hier zeigen Simson, Aprilia, NSU, Maico und Co. was sie noch draufhaben. In Deutschland gibt es dafür viele Austragungsorte wie etwa in Eberstedt im Weimarer Land.

Elektroroller – grün in die Zukunft?

Elektroroller sind die zukunftsfähige Neuinterpretation der altbekannten Scooter. Kein krachender Motorlärm, keine Abgase, sondern nur ein leises, entspanntes Fahrvergnügen versprechen die Entwickler. Was sind die Vor- und Nachteile der neuartigen Vehikel?

Langsam, aber sparsam

Zuallererst muss man erwähnen, dass bei Elektrorollern die meisten Komponenten mit den üblichen Rollern vergleichbar sind. Möglichkeiten zur modernen Fahrzeugeinrichtung wie bei größeren PKW sind hier leider nicht gegeben.

Zwei Unterschiede dürften sofort auffallen: Der geringe Verbrauch und die geringere Leistung im Vergleich zu einem herkömmlichen Scooter.

Der Verbrauch misst sich an der Reichweite der Scooter, die oft bei „nur“ fünfzig Kilometern liegt. Nach einer solchen Strecke muss der Akku entnommen und an der heimischen Steckdose über Nacht aufgeladen werden.

Die Geschwindigkeit liegt bei den meisten E-Rollern bei bis zu 45 Stundenkilometern, was für den Stadtverkehr völlig ausreicht. Wer auf der Autobahn fahren oder weitere Strecken zwischen Orten zurücklegen möchte, muss einen Roller mit einer Geschwindigkeit von bis zu siebzig Stundenkilometern ins Auge fassen. Solche sind noch rar gesät, erfüllen jedoch die Wünsche vieler Berufspendler.

Lohnenswert oder verfrüht?

Allzu viel Gepäck, eine Tagesdistanz von gerade so fünfzig Kilometern und Erwartungen an ein hohes Tempo sollte man nicht stellen, dafür sind die Elektroroller noch zu unausgereift.

Doch für Berufspendler innerhalb einer Stadt lohnen sich die Elektroroller definitiv. Man ist schnell am Ziel, spart Versicherungs-, Sprit- und letztlich auch Umweltkosten mit einem solchen Gefährt. Auch für größere Distanzen bieten E-Roller mit einer Geschwindigkeit von bis zu siebzig Stundenkilometern eine gute Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen.

Muss es immer mehr Leistung sein?

Die Diskussion ist so alt wie das Motorrad selbst und sie scheint niemals ein Ende zu finden. In unserem heutigen Artikel wollen wir daher das Für und Wider leistungsstarker Motoren erläutern.

Was spricht für einen großen Motor?

Die großen Motoren werden meist in den Top-Modellen verbaut. Diese sind neben dem großen Motor meist mit vielen weiteren sinnvollen Extras ausgestattet, die es bei den kleineren Modellen noch nicht gibt. Das Kurven-ABS oder das elektronische Fahrwerk ist bei den meisten Herstellern den großen Modellen vorbehalten und sollen als zusätzlicher Kaufanreiz dienen.

Ein weiterer Grund ist die Optik. Die Top-Modelle machen einfach mehr her und da Motorradfahren ein Hobby ist, spielen Optik und Image eine gewaltige Rolle. Vernunftkäufe gibt es hier nicht, denn wer die Vernunft walten lässt, nimmt direkt Abstand vom Kauf eines motorisierten Zweirads.

Der Motor als solches bietet entspannteres Fahren, da schon bei geringen Drehzahlen ein gehöriges Maß an Leistung vorliegt. Bei einer RS6 braucht es 12.000 Umdrehungen, um die 100 PS abzurufen, die Superduke von KTM hat schon bei rund 5.000 Umdrehungen eine Leistung von 100 PS. Man ist als Fahrer also weniger „gezwungen“, sein Bike ständig auszudrehen, um vorwärtszukommen. Dies geschieht schon bei geringen Drehzahlen.

Was spricht gegen einen großen Motor?

Große Motoren sind eindeutig gefährlicher. Die bereits erwähnte KTM Superduke ist nach wenigen Sekunden Vollgas schnell auf über 200 Kilometer in der Stunde. Mit ihren 180 PS ist sie dermaßen schnell auf 140 oder 160 Stundenkilometern, dass sich das Gefährt nur mit allergrößter Disziplin legal auf unseren Landstraßen bewegen lässt.

Maschinen mit kleineren Motoren sind deutlich günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt. Die Vollkaskoversicherung für die Superduke kostet über 1.000 Euro im Jahr, während die RS6 nur 400 Euro kostet, gleiches gilt für Anschaffungs- und Unterhaltskosten, auch hier ist bei den Großen alles teurer.

Im Stadtverkehr sind die kleinen Maschinen wesentlich praktischer, mit ihnen lässt sich spielerisch leicht durch enge Gassen und an Verkehrsstauungen vorbeimanövrieren. Hier eignen sich die neuen Elektro-Modelle vorzüglich. Der schwedische Hersteller Vassla.com bietet hier citytaugliche Bikes, die obendrauf eine Menge Spaß machen.

Die kleinen Maschinen sind generell einfacher zu fahren, da sie leichter sind und die Sitzhöhe ebenfalls auch für kleinere Menschen geeignet ist. Bei einer BMW GS 1200 oder der Superduke haben kleine Menschen das Problem, nur mit den Zehenspitzen auf die Erde zu kommen, dies ist kein Problem, sobald das Bike fährt, aber im Stadtverkehr ist es ein Sicherheitsrisiko. Für den Motor gilt das ebenso, so fantastisch der KTM Motor ab 4.000 Umdrehungen seine Leistung gnadenlos zur Schau stellt, so unbequem ist er bei 2.000 oder 3.000 Touren, da ruckelt er und man muss ständig mit Kupplung und Zwischengas den Koloss besänftigen. Profis macht auch dies Freude, doch Anfänger kann es überfordern.

Quo Vadis Biker?

Ausgiebige Testfahrten können eine Antwort liefern, da auf dem Papier die Pro- und Kontra-Argumente ausgeglichen sind. Fast alle Hersteller bieten eine Flotte zum Probefahren, diese Möglichkeit sollte genutzt werden, um eine Entscheidung zu treffen.

Wasserstoff-Brennstoffzellen: Ist dies die Zukunft des Motorrads?

E-Bikes und Reichweitenangst

Es ist wahrscheinlich, dass E-Bikes in den kommenden Jahren zu einem ständigen Bild der Motorradlandschaft werden. Es gab zuletzt neue Elektroroller von Mainstream-Unternehmen wie Honda und Vespa. Yamaha ist auch dabei, genauso wie Peugeot. Die letzten Motorshows zeigten regelmäßig batteriebetriebene Concept-E-Bikes. Doch der größte Stolperstein für E-Mobilität ist hier noch nicht angesprochen worden: Reichweitenangst. Auch wenn wir den Betrieb der elektrischen Fahrzeuge systematisch betrachten und genau verfolgen, wie viele Kilometer wir pro Tag zurücklegen (auch wenn diese Zahl unter der Reichweite eines Elektromotorrads liegt), bleibt dennoch eine unterbewusste Sorge bestehen. Was, wenn man einen unerwarteten Trip machen muss? Oder der Ländertour, die schon lange geplant ist? Mit einem Benzinmotor ist es einfach. Bei Millionen von Tankstellen entfällt die Sorge. Bei Batterien ist das eine andere Geschichte.

Ist Wasserstoff die Antwort?

Die Schwierigkeiten bei der Wasserstofferzeugung, -speicherung und -verteilung bedeuten für Brennstoffzellen einen großen Abstand zum Marktführer – dem Elektrofahrzeug. E-Fahrzeuge liegen trotz langsamer Ladezeiten und der damit verbundenen Reichweitenangst sicher an der Spitze. Aber das hat einige Unternehmen nicht davon abgehalten, die Brennstoffzellen-Idee weiter zu verfolgen. Honda hat ein Wasserstoff-Brennstoffzellenauto – den Clarity – in der Produktion. Es gab auch mehrere Brennstoffzellen-Bikes, z. B. das FC-Stack-Konzept im Jahr 2004. Honda veröffentlichte ein neues Patent für ein weiteres Wasserstoff-Brennstoffzellen-Motorrad.

Hat die Brennstoffzelle eine Zukunft?

Da Unternehmen wie Honda, Toyota und Suzuki Brennstoffzellenautos und E-Bikes forcieren, deutet vieles darauf hin, dass die Technologie Zukunft hat. Kurz- bis mittelfristig scheinen jedoch Batterien einen Vorteil zu haben. Diese haben einen Vorsprung in Bezug auf Entwicklung, Betankungs- und Ladeinfrastruktur. Auch der Energieverlust, der mit der Wasserstoffspaltung, dem Transport und der Lagerung verbunden ist, reduziert die Effizienzmarge noch erheblich. Unterdessen werden ständig Batterien mit höherer Energiedichte entwickelt. Die Tatsache, dass Wasserstoff eine viel schnellere Betankung der Fahrzeuge ermöglicht, bleibt jedoch ein großer Pluspunkt, mit dem die Batterietechnologie hadert – selbst bei Fortschritten in der Ladetechnik. In Zukunft könnte dies der Wasserstoff-Brennstoffzelle einen Vorteil verschaffen, insbesondere bei Fahrzeugen, die sich keine langen Wartezeiten leisten können.

Was ist Motocross?

Motocross oder MX ist eine spezielle Art von Motorradrennen auf Cross-Country-Terrain (querfeldein). Es besteht aus einer vorgegebenen Anzahl von Runden, die über einen geschlossenen Kurs und auf natürlichem, freiem Gelände ausgelegt ist. Die ersten Rennen für Motocross-Fahrer wurden Ende der 1940er und Anfang der 50er Jahre auf dem europäischen Kontinent und in Großbritannien eingeführt. Schon ab den 60ern war es ein beliebter Zuschauersport. In Nordamerika wurde MX in den 1960er Jahren vorgeführt und die erste, regelmäßige Serie von Motocross-Rennen wurde dort ab 1970 abgehalten.

Während des MX-Wettbewerbs

Die Motocross-Fahrer konkurrieren auf einer Strecke, die über ein offenes und oft unwegsames Gelände verläuft. Die Kurse variieren untereinander stark, müssen aber im internationalen Wettkampf zwischen 1,5 und 5 km lang sein. Die Strecken bestehen aus steilen Berg- und Talsteigungen, nassen oder schlammigen Bereichen und vielen Links- und Rechtskurven in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Motocross ist körperlich wahrscheinlich die anstrengendste Motorradsportart, obwohl die einzelnen Rennen von relativ kurzer Dauer sind. Es handelt sich um 40 Minuten oder weniger für jede der beiden Wertungsläufe eines Rennens. Fahrer müssen das gleiche Motorrad während eines Rennens verwenden und notwendige Reparaturen zwischen den jeweiligen Wertungsläufen durchführen. Ein Baumwolljersey, eine an Knie- und Oberschenkel gepolsterte Nylonhose, gepolsterte Motorradstiefel und Handschuhe, ein Helm und eine Schutzbrille, ein Brustschutz aus Kunststoff und ein Nierengurt zur Unterstützung bilden das übliche Outfit des Motocross-Fahrers.

Internationaler MX-Rennsport und Supercross

Für den internationalen Wettbewerb, unter der Aufsicht der „Fédération Internationale Motocycliste“ (FIM), werden MX-Motorräder in drei Klassen nach Hubraum eingeteilt (125, 250 und 500 ccm). Jedes Jahr findet für jede der Klassen eine Weltmeisterschaft statt. Der Motocross-Wettbewerb wurde in Europa seit den frühen 1950er Jahren organisiert, obwohl Motocross-Veranstaltungen auch in anderen Teilen der Welt stattfinden. Mit den FIM World Motocross Championships hat Deutschland eine lange Geschichte im Motocross. Viele erfolgreiche Fahrer haben Deutschland zu einer der Power-Nationen in diesem Sport gemacht. Mit vier Motocross-Weltmeistertiteln gehört Deutschland zu den erfolgreichsten Nationen im Motocross-Sport. Deutschland war auch auf der Lommel-Strecke im 2012 Motocross der Nationen erfolgreich. Supercross, das in den frühen 1970er Jahren in den USA seinen Anfang hatte, ist eine Indoor-Version von Motocross. Supercross wird auf künstlichen Sandbahnen in großen Arenen betrieben. Obwohl die Rennen in der Regel kürzer sind als im Motocross, sind die Sprünge beim Supercross

länger und finden häufiger statt.

Entwicklung von Motorrädern nach dem Zweiten Weltkrieg

Motorräder erleben einen Nachkriegsboom. Hier sind einige markante Punkte zur Entwicklung des Motorrads aufgelistet:

  • 1953 – Der Biker-Film „The Wild One“ mit Marlon Brando als Anführer einer Motorradbande wird veröffentlicht. Das Motorrad wird zum Symbol der Rebellion.
  • 1955 – „Rebel Without a Cause“ wird veröffentlicht. James Dean soll mehrere Motorräder besessen haben, darunter eine Czech Whizzer von 1947, eine Indian Warrior TT und eine Triumph TR5 Trophy von 1955.
  • 1958 – Yamaha verkauft auf dem US-Markt.
  • 1960er bis 70er – „Baby-Boomer“ (Nachkriegsgeneration) werden erwachsen und kaufen Motorräder. Dies ist der größte Verkaufsboom in der Motorradgeschichte.
  • 1962 – Eine Werbekampagne positioniert Motorräder als ein alltägliches, cooles Fahrzeug, das nicht mehr mit Gesetzlosigkeit und Aufstand assoziiert wird. Motorradzulassungen steigen.
  • 1963 – Das Kriegsepos „The Great Escape“ erscheint auf der Leinwand und zeigt Steve McQueens Charakter, der einen Zaun auf einem Motorrad überspringt.
  • 1969 – Honda stellt die CB750 vor. Mit seinem 4-Zylinder-Motor und obenliegender Nockenwelle gilt es als das erste „Superbike“.
  • 1980 – Kawasaki und Honda vertreiben die ersten Motorräder mit elektronischen Einspritzsystemen, welche Kraftstoffeinspritzung zur Norm machen.
  • 1998 – Die kalifornische Firma EMB, Inc. stellt das weltweit erste kommerziell hergestellte Elektromotorrad vor – die Lectra.
  • 2009 – Das erste Hybrid-Motorrad der Welt, Eko Vehicles ET-120, kommt in Indien auf den Markt.

Die letzte große Freiheit?

Motorradfahren gilt im Allgemeinen schon als der Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Doch für die Freunde des Motocross und des Offroad beginnt die Freiheit erst dort, wo die Straße aufhört. Dort wo die Schotterpisten und die Feldwege darauf warten erkundet zu werden. Hier wo der Stau und der Verkehr ein Ende hat, geht es erst so richtig los. Wir wollen uns heute anschauen, was die Faszination Offroad ausmacht und warum besonders in Deutschland immer mehr Maschinen, die fürs Gelände gebaut sind, verkauft werden.

Die Zulassungsstatistik lügt nicht. Auf Platz Eins liegt eine Enduro, die GS von BMW. Aber auch die Modelle von KTM oder Triumph verkaufen sich prächtig. Auf den Zug aufzuspringen scheint jetzt auch die amerikanische Legende Harley Davidson, seit letztem Sommer gibt es eine Reise-Enduro aus Milwaukee. Etwas das bis vor wenigen Jahren als undenkbar galt, mit Harley Davidson verbindet man schließlich endlos lange Highways auf denen man mit einem Mottorrad gemütlich dem Sonnenuntergang entgegen fährt. Ab jetzt geht es also auch mit der Harley im Gelände über Stock und Stein. Uns soll es recht sein. Als Motorrad-Liebhaber freut man sich schließlich über jede neue Maschine, die wieder neue Träume weckt.

Genau darum geht es oft bei den geländetauglichen Motorrädern. Die meisten der Käufer fahren mit diesen Maschinen auf asphaltierten Straßen und die einzige Schotterpiste, die ihre Enduro jemals nehmen wird, ist die eigene Garageneinfahrt. Haben sich die Käufer nun bei ihrer Motorradwahl geirrt? War die Enduro ein Fehlkauf? Nein! Es gibt hier zwei wesentliche Gründe warum diese Maschinen so beliebt sind. Es ist zum einen die Sitzposition, die unglaublich bequem ist, denn der Fahrer sitzt auf einer Enduro in der Regel aufrecht und das empfinden die meisten als die komfortabelste aller Sitzpositionen. Ein weiterer Grund ist, dass es den meisten Käufern reicht zu wissen, dass sie mit ihrer Maschine, wenn es sein müsste, auch bis ans Ende der Welt fahren könnten. Es hat für viele etwas Beruhigendes, man könnte, wenn man denn nur wollte sofort aufbrechen und bis nach Afrika fahren. Dieser Gedanke gefällt vielen und ist auch etwas auf das die Marketingabteilungen der Hersteller gerne aufbauen. Es ist vermutlich ähnlich wie bei Harley Davidson, deren Chef einst verkündete: “Wir verkaufen keine Motorräder, wir verkaufen ein Lebensgefühl und das Motorrad gibt es gratis dazu”.

Von diesem Hype profitiert natürlich auch die Zubehör-Branche, es gibt für den Endurofahrer selbstverständlich eine ganz eigene und spezielle Bekleidung, der typische Motocross Helm mit Sonnenschild ist nur ein Teil davon. Eigene Marken und Designstile sorgen dafür, dass sie die Fahrer einer Enduro gegenüber den anderen sehr leicht, auch optisch, abgrenzen können. Es ist jedoch nicht immer nur alles Schau, es gibt auch hier die Fahrer, die furchtlos jede noch so schwierige Piste suchen um an ihre eigenen Grenzen gelangen. In den Pyrenäen und besonders in Osteuropa gibt es noch unzählige Pisten die abseits der bekannten Straßen liegen und jedes Jahr tausende Fans des Offroad anlocken. Wer dies einmal erlebt hat, der kann davon nicht mehr genug bekommen. Hier warten noch wahre Abenteuer darauf gelebt zu werden.

Weitere Innovationen zur Motorradtechnik

Elektronische Hilfestellung

Bei älteren Motorrädern, wenn der Fahrer den Gashebel bediente, würde er damit ein Kabel anziehen, das den Benzinstrom in den Motor erhöhte oder senkte. Der Mechanismus war einfach, aber anfällig für unfreiwillige Fahrfehler, wenn der Fahrer falsch reagierte, eine plötzliche Gefahrsituation aufkam oder er etwa von einer Biene gestochen wurde. Neuere Motorräder lesen diese Funktion mit Software. Die Straßensituation wird mit dem aktuellen Gang und der Geschwindigkeit des Bikes verglichen. Wenn durch die Gasdrehung das Motorrad außer Kontrolle geraten würde, reduziert das Assistenzsystem die Geschwindigkeit oder den Gang auf eine besser handhabbare Einstellung.

Maschinen kommunizieren

Weil Motorradunfälle oft viel schlimmer sind als Autounfälle, hat das Startup-Unternehmen Autotalks sich darauf konzentriert, dass Motorräder und Autos sich „gegenseitig aus dem Weg gehen“ können. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen den Weg in die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationstechnologie geebnet, bei der Motorräder Informationen wie Geschwindigkeit, Ort und Richtung mit Autos in unmittelbarer Nähe miteinander austauschen können. Wenn eine Gefahr besteht, z. B. ein plötzlich bremsendes Auto, warnt das System den Motorradfahrer und gibt ihm damit mehr Zeit zum reagieren. Leider ist diese Sicherheitstechnologie noch nicht marktreif. Dies hat einen einfachen Grund: Alle Fahrzeuge auf der Straße müssen mit einem Sensor ausgestattet sein, damit die Technologie effektiv wirksam sein kann.

Intelligente Technologien für sichere Motorräder

Es ist eine traurige Tatsache, dass Motorradfahren nicht so sicher ist wie Autofahren. Obwohl 2016 nur etwa 4 % der Unfälle auf den Straßen durch Motorräder verursacht wurden, waren 14 % der Verkehrstoten Motorradfahrer oder deren Beifahrer. Glücklicherweise trägt Technologie dazu bei, die Sicherheit von Auto- und Motorradfahrern auf der Straße zu verbessern. Wenn sich diese Entwicklung auch in Zukunft so fortsetzt, sollte das Motorradfahren immer sicherer werden.

Helm-Technologie

Die Motorradhelme von Morgen werden sich drastisch von herkömmlichen Helmen unterscheiden. Bereits heute werden „High-Tech“-Motorradhelme mit Bluetooth und „Augmented Reality“ ausgestattet, damit für die Fahrer GPS-Daten und andere Informationen auf die Innenseiten ihrer Visiere projiziert werden. Die Motorradfahrer müssen dann die Augen nicht mehr von der Straße nehmen und können sich komplett auf die Straße vor ihnen konzentrieren.

Scheinwerfer

Es mag nicht der wahrscheinlichste Ort für eine wichtige, technologische Innovation sein, aber Motorradfahrer auf allen Straßen sind sich des Problems voll bewusst: Scheinwerfer, die nur geradeaus leuchten, werden praktisch unbrauchbar, wenn man eine scharfe Kurve fährt. Adaptive Motorradscheinwerfer hingegen drehen sich mit dem Motorrad in Fahrtrichtung. Mithilfe von Sensoren an Bord des Motorrads können die adaptiven Scheinwerfer erkennen, wie scharf eingelenkt wird und wie steil die Kurve ist. Sie passen dann ihren Strahl dem Winkel an und beleuchten das, was auf das Motorrad zukommt.

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