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Die Ankunft des E-Bikes

Es gibt ein paar Eigenschaften, die ein Motorrad zu einem Motorrad machen. Es sind die langen, lauten und verchromten Auspuffrohre und viel Fiberglas für die Aerodynamik. Und vor allem ein dröhnender Motor. Doch was bedeutet dies für ein elektrisches Motorrad? Laut ist es ganz sicher nicht. Es ist das ideale Fahrgefühl für alle, die Geschwindigkeit ohne die technische Komplexität einer mit Benzin betriebenen Maschine suchen. Mit fast unmittelbarer Beschleunigung, einem unheimlichen, Sci-Fi-Jet-Turbinen-Sound und einer geschmeidigen, vibrationsfreien Fahrt, machen derzeit Elektro-Motorräder in einem oft hartnäckig traditionellen Markt große Wellen. Selbst langjährige und hartgesottene Mitglieder des Motorrad-Establishments – Harley-Davidson Inc. und Yamaha Motor Co. – haben sich ins Spiel gebracht. Beide Unternehmen stellten elektrische Konzept-Bikes vor, die in wenigen Jahren zu Serienmodellen führen werden.

Beschränkungen von elektrischen Motorrädern

Vor kurzem noch waren die einzigen batteriebetriebenen Motorräder spindeldürre, in der Garage zusammengebaute Prototypen, die eher naturwissenschaftlichen Experimenten ähnelten. Heute gibt es attraktive Designs mit perfekten Proportionen zu finden, die auch bei einem Biker-Café oder einem lokalen Biker-Treffen anfahren könnten und den traditionellen Choppern und Sportbikes die Show stehlen würden. Elektro-Motorräder kosten mehr als ein ähnlich konfiguriertes Benziner-Gegenstück. Dies ist hauptsächlich wegen der hohen Batteriepreise der Fall. Viele Hersteller begrenzen die Höchstgeschwindigkeit dieser Maschinen auf etwa 160 km pro Stunde (eigentlich immer noch genug Geschwindigkeit), um den Motor zu schonen und die Lebensdauer der Batterien zu verlängern. Darüber hinaus verbrauchen Elektro-Motorräder bei anhaltend hohen Geschwindigkeiten wesentlich mehr Strom als bei „Stop-and-Go“-Fahrten in der Stadt. Aber bei diesen E-Bikes sind auch weniger Wartungskosten zu erwarten als bei den Benzinern. Es gibt weder Ölwechsel, Ventileinstellungen noch andere teuren Routinewartung. Zum „Auftanken“ kann man sie einfach in eine Haushaltssteckdose einstöpseln. Da die meisten batteriebetriebenen Bikes kein Getriebe haben, wird man während des Fahrens nicht durch das Schalten abgelenkt.

“Giganten machen auf Strom”

Harley-Davidson LiveWire

Harley-Davidson baute dieses E-Bike, um das Interesse der Kunden an elektrischen Motorrädern zu messen. Als das Unternehmen vor einigen Jahren 32 LiveWire-Prototypen auf Tour zur Testfahrt für Harley-Fans anbot, wurden die Bikes überwiegend gut angenommen. Sean Cummings, ein Harley-Davidson-Manager, führt dies auf die Tatsache zurück, dass die LiveWire immer noch „eine große, knallharte Harley-Davidson für Kerle“ sei. Hauptkritikpunkt der Kunden war die begrenzte Reichweite der LiveWire. Das Unternehmen plant diese mindestens zu verdoppeln, bevor das Bike noch vor 2020 auf den Markt kommt. Obwohl dieses Modell nicht das typische Röhren und Hämmern einer Harley hat, erzeugen die ineinandergreifenden Zahnräder im Antriebsstrang des Fahrzeugs eine befriedigende Alternative – ein Geräusch, das an eine Jet-Turbine erinnert.

Yamaha PES2

Yamaha ist dafür bekannt, Ultra-Performance-Bikes zu produzieren, die sich auch Normalverbraucher leisten können. Als die japanische Firma auf der Tokyo Motor Show 2015 das elektrische Street-Bike-Konzept-Konzept PES2 enthüllte, nahmen es die Enthusiasten zur Kenntnis. Es gab Gerüchte, dass die PES2 ebenso wie die Off-Road-Version, die PED2, bald in den Ausstellungsräumen sein würden. Yamaha hat bisher kein Verkaufsdatum für diese Modelle angekündigt. Branchenkenner glauben jedoch, dass das Unternehmen dem vor acht Jahren ausgerufenen Plan treu bleiben wird, das Segment der Elektro-Motorräder bis 2020 anzuführen. Das wird ein spannendes und interessantes Rennen der Hersteller-Giganten.

Flüchtige Leidenschaften und Zweirad-Waffen

Einige Erfinder entwarfen zusätzliche „Verbesserungen“ für das Zweirad. Darunter befanden sich Sonnenschirme, die auch als Segel verwendet werden könnten und deren Anblick erschreckend gewesen sein muss, als diese „Fahrradschiffe“ damals die Landstraßen entlang segelten – und dazu den Windrichtungen ausgesetzt waren. Noch weniger erfolgreiche Gefährte erschienen in Form von Dreirädern, Vierrädern und sogar „Octocyclen“ (Fahrzeuge mit acht Rädern), wobei die verschiedenen Größen das Ladegewicht verbessern sollten. Dies stellte sich für die Fahrer nur als Belastung heraus und so fielen diese interessanten Designs wieder in Ungnade.

Der Zweirad-Boom erreichte Europa ab 1890, als die Öffentlichkeit neue, sichere und benutzerfreundliche Formen der Fortbewegung erwarteten und sich daraus ein rasantes Wachstum der Branche entwickelte. Es kam zu einem natürlichen Übergang vom Fahrrad zum Motorrad, selbst die Namensgebung machte den Entwicklungssprung mit. Das erste Model der Indian Motocycle Co. (1901 bis 1953) aus den USA wurde „Moto-Cycle“ bezeichnet. Das Versehen der noch spindeldürren Fahrradrahmen mit einem Motor war ein logischer Schritt. Als dann die Fahrradproduktion für Sport, Freizeit und den täglichen Transport von den britischen Firmen BSA und Triumph dominiert wurde, waren dies die natürlichen Geburtsstätten für Motorräder.

Auch Kriegsanstrengungen begannen mit motorisierten Fahrrädern. Amerikanische und europäische Armeen verwendeten Motorräder zur Aufklärung und um Nachrichten zu übermitteln. Drei- und vierrädrige Vorrichtungen, Tricycles and Quadricycles, entstanden in allen Größen und zu diversen Zwecken. Das „Motor Scout“ (1889) war mit einem Maxim-Maschinengewehr, 1000 Munitionsrunden und Treibstoff für 120 Meilen ausgestattet. Es wurde vom britischen Hersteller Frederick Reginald Simms entworfen und produziert. Doch das Fahrzeug war natürlich nur in der Lage, auf relativ ebenen Straßen zu fahren. Es konnte holpriges Gelände wie gepflügte Felder nicht so leicht überqueren, was seine Wirksamkeit gegen feindliche Truppen relativierte.

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